SCHOMBURG-Schwimmbadforum 2016 in Düsseldorf

Austausch-Plattform für Schwimmbad-Experten
Branchen-Dialog: Schwimmbadforum 2016
SCHOMBURG-Schwimmbadforum 2016 in Düsseldorf

Fachforum und Preisverleihung für das Schwimmbad des Jahres 2015

Die Dynamik des Planens, Bauens und Betreibens stand im Mittelpunkt des SCHOMBURG-Schwimmbadforums Mitte April in Düsseldorf. Rund 100 Teilnehmer aus Architektur, Planung und Ausführung – spezialisiert auf die „Königsdisziplin“ des Fliesenlegens – diskutierten die spezifischen Herausforderungen der Branche anhand von beispielhaften Projekten. Höhepunkt war die Preisverleihung für das Schwimmbad des Jahres 2015.

Ganz bewusst richtete sich das Forum an hochspezialisierte Firmen und Architekturbüros, die in der Praxis mit der Planung oder Ausführung von Schwimmbädern und Spas befasst sind. Alexander Weber, geschäftsführender Gesellschafter bei SCHOMBURG, sieht darin den Grund für den anhaltenden Erfolg des Veranstaltungsformats: „Auf dem Forum kommen Profis aus Planung und Ausführung zusammen – diesen disziplinenübergreifenden Dialog möchten wir fördern.“ Auch Objektmanager Marcus Kuczer sieht hier das Entwicklungspotenzial der Branche: „Ein fachlicher Austausch auf Augenhöhe ist nicht selbstverständlich. Eine  Auseinandersetzung entsteht häufig erst dann, wenn der Schaden schon da ist. Kommunikation von Anfang an ist das A und O. So können wir viele Mängel vermeiden und die Prozesse auf allen Seiten optimieren.“ 

In konzentrierter Form zeigte sich, welche Herausforderungen sich in der Baubranche generell stellen: Schnittstellenproblematik zwischen Architekt, Planer und Ausführendem, Nachwuchssorgen im Handwerk und hoher Sanierungsbedarf aufgrund mangelhafter Planung oder Ausführung. Gleich im ersten Vortrag wurde die ambivalent diskutierte BIM-Methode durch Volker Krieger von planen bauen 4.0 vorgestellt und gezeigt, wo die Normungsarbeit in Deutschland steht. Deutlich wurde, wie wichtig es ist, die Mehrwerte der Methode greifbar für jeden Baubeteiligten darzustellen. Moderator Burkhard Fröhlich, Chefredakteur der „DBZ Deutsche BauZeitschrift“, betonte die Bedeutung von integralen Prozessen, die die noch weit verbreitete additive Arbeitsweise ablösen werden.

Dominiert wurde das Programm von praxisorientierten Vorträgen. Elmar Männer von bs2architekten zum Beispiel stellte das Gestaltungskonzept des Schwimmbad des Jahres 2013 vor, die Schwimmhalle Inselpark in Wilhelmsburg. Helmut Hilpert und Erich Zanocco vertraten die ausführende Hand und lieferten mit ausdrucksstarken Bildern von gelungenen und mangelhaften Beispielen viel Anlass zur Diskussion. Rechtsanwalt Goetz Michaelis konnte mit anschaulichen Fällen aus seinem Berufsleben dafür sensibilisieren, wie sich Sorglosigkeit in der Vertragsschließung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer später rächen kann. Nahezu alle Fälle im Baurecht seien auf eine nicht ausreichende Klärung des Bausolls zurückzuführen und ließen sich durch eine genaue Abstimmung vermeiden. Matthias Burkart, geschäftsführender Gesellschafter 4a Architekten aus Stuttgart, referierte im abschließenden Vortrag über die Vielfalt der Bäderlandschaft und die Bedeutung einer klaren Positionierung: Bäder müssen ein Alleinstellungsmerkmal besitzen und benötigen dafür Leitbilder. Ihm zufolge ist es die Aufgabe von Architekten, das Alleinstellungsmerkmal konzeptionell und architektonisch herauszuarbeiten.

Verbunden mit allen Präsentationen war der Appell, das Verständnis für die Anforderungen des jeweils anderen Branchenzweiges zu vertiefen – oder wie es ein Teilnehmer formulierte: „Wir müssen mehr miteinander reden!“ 

Höhepunkt des zweitägigen Forums war die Abendveranstaltung mit Preisverleihung für das Schwimmbad des Jahres 2015 – einer gemeinsamen Initiative der „FLIESEN & PLATTEN“ und der SCHOMBURG GmbH. Die Leser der Fachzeitschrift konnten über die drei besten Objekte der Shortlist abstimmen und entschieden sich für das Sanierungsprojekt Schwimmhalle Finckensteinallee in Berlin, eine beispielhafte energetische Instandsetzung innerhalb des Denkmalschutzes, ausgeführt von Fliesenlegermeister Gerold Beck. Auf Platz 2 folgte das „Watt’n Bad“ in Dorum, realisiert von Fliesen Lepping, und auf Platz 3 landete das Außenbecken des Hotels Achalm in Reutlingen, ausgeführt von Gustav Vöhringer.

Impressionen

 

Fotos: Angelika Füllgraf, Berlin